
Anbei die Ansprache von Frank Bremauer vor der Demo.
Eigentlich ist es ganz einfach. Wir wollen die Messwerte unserer Böden haben. Es geht um den Boden unter unseren Füßen, um die Gärten, in denen unsere Kinder spielen, um die Wälder – und die Felder.
Jahrelang tappten wir im Dunkeln – was los ist hier? Unser Problem wurde heruntergespielt, verharmlost und unter den Teppich gekehrt. – Jahrzehntelang. – Und viele haben es noch nicht kapiert oder wollen es nicht kapieren. Dafür haben wir die Affen mitgebracht.
Doch das hat nun ein Ende. Die Messungen sind da, die Belastungszone wurde verdoppelt. Im Kreistag wurde es bekannt gegeben. Vermutlich sind nun auch Garching und Polling betroffen. Ja, bis Reischach könnte die neue Zone gehen. – Und was ist mit Halsbach? – 380 qkm – das sind zwei Drittel unseres Landkreises!
Und es ist schön hier, denn man sieht es nicht. Ein Albtraum – irgendwie erinnert es mich an Tschernobyl.
Die BINT – wir waren die Einzigen, die es gleich erfasst haben. Wir haben einen Antrag zu den Messwerten gestellt. Das Umweltinformationsgesetz gibt uns das Recht dazu! Das Landratsamt unterstützt unser Ansinnen. Es sagt, die aktuellen Bodenmesswerte müssen auf den Tisch. Doch was macht der Konzern? Anstatt Verantwortung zu übernehmen, flüchten sie sich hinter ihre Anwälte. Sie ziehen vor Gericht und erklären die Daten zur Geheimsache.
Ich frage Sie: Wie dreist kann man eigentlich sein? Es ist unser Boden! Auf unseren Grundstücken, auf unseren Wiesen und Äckern haben sie die Messungen durchgeführt. Und jetzt wollen sie uns erklären, diese Werte seien ihr Betriebsgeheimnis?
Diese Geheimniskrämerei hat eine jahrzehntelange Geschichte der Vertuschung und Desinformation! Eigentlich mindestens ein halbes Jahrhundert. – Denn: – Schon in den 1970er Jahren wusste der 3M-Konzern ganz genau, wie gefährlich dieses Zeug ist. Bei Tierversuchen gab es schwerste Fehlbildungen, deformierte Ratten-Babys. —-Affen —- Sie starben bei PFAS-Versuchen! Und die Chemieindustrie in Amerika? Sie hat es verheimlicht, vertuscht und verschwiegen!
Erst als der US-Anwalt Robert Bilott die Akten ans Licht zerrte, musste 3M in den USA bitter dafür bezahlen und Milliarden an Schadensersatz leisten. Und hier? – Hier ist noch nichts passiert – außer den Trinkwasserfiltern. Und das kam zu spät, —- denn wir durften ja nicht einmal mehr Blut spenden.
Und jetzt – vor ein paar Tagen – versuchte der Pressesprecher vom Chemiepark, unsere Demonstration zu verhindern. Er streute Fehlinformationen. Dabei hat er sich auf angebliche Informationen von Dyneon berufen. Die wollten uns einfach für blöd verkaufen. Zum Glück hat das Gericht uns Einsicht in die Akten erlaubt. Und in dieser Gerichtsakte steht es schwarz auf weiß – klipp und klar: Der Absender der Klage ist die Dyneon GmbH aus Burgkirchen! Genau hier sitzt der Kläger gegen die Transparenz – und genau hierhin geht unser offener Brief! Dyneon Burgkirchen ist unser Adressat!
Der verseuchte Boden ist HIER bei uns! Und das bleibt nicht nur im Boden, wie wir schmerzlich erfahren haben. Am eigenen Leib. Und was ist mit der Verantwortung? ——- Kann man so eine Katastrophe überhaupt verantworten? Kann man es überhaupt finanziell begleichen?
Zunächst fordern wir den Stopp der Informationsblockade. Stopp der juristischen Warteschleife. Sie können nicht eine ganze Region verseuchen und sich dann vom Acker machen. Unsere Bauvorhaben stocken, unsere Grundstücke verlieren an Wert, und —–zu unserer Gesundheit haben wir noch nichts gesagt!
Wir fordern die Öffnung der Akten. Legen Sie die Messwerte offen – jetzt!

Übergabe des Offenen Briefs an die Geschäftsführung.
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