BINT Bürgerinitiative Netzwerk Trinkwasser

Am 22. November in Graming

Vortrag zu PFOA und Bodenuntersuchungen 

Am Freitag, 22. November um 19 Uhr wird im Saal des Weißbräus in Graming der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, Gerhard Merches, einen Vortrag zu den Detailuntersuchungen zur PFOA Belastung im Landkreis Altötting vornehmen. Sachstand: Mitte Dezember 2018 wurde der Abschlussbericht zur Detailuntersuchung der PFOA-Belastungen in Boden und Grundwasser veröffentlicht. Untersucht wurde darin eine Fläche von ca. 200 km2 über einen Zeitraum von ca. 7 Jahren. Im Vortrag zu den Ergebnissen der Detailuntersuchung sollen die wesentlichen Aussagen für Laien verständlich vermittelt werden. Auf die im Bericht aufgeführten Wirkungspfade, die insbesondere den Menschen am Ende der Kette betreffen, wird näher eingegangen. Nicht zuletzt werden vor dem Hintergrund des von der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) verschärften TWI-Wertes (tolerierbare wöchentliche Aufnahme beim Menschen) weitere Fragen im Zusammenhang mit den vorliegenden Untersuchungen aufgeworfen.

Hier der Link zum Download der Detailuntersuchung

 

 

Das Bundesinstitut für Risikobewertung greift ein:

PFOA als weit gefährlicher bewertet

Prof. Dr. Fromme und das LGL bekommen Gegenwind vom Bundesinstitut für Risikobewertung

​Um das Thema PFOA wird nun eine neue Runde eingeleitet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung, hat eine neue Einschätzung für die gesundheitliche Gefährdung durch Aufnahme von PFOA-haltigem Trinkwasser abgegeben.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine unabhängige wissenschaftliche Einrichtung, die die gesundheitlichen Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher bewertet und daraus Vorschläge zu deren Minimierung ableitet.

Hier die aktuelle Einschätzung zur Aufnahme von PFOA:

Die Höchstmenge an PFOA in Lebensmitteln, die bei regelmäßigem Genuss unbedenklich aufgenommen werden kann, liegt den neuen Zahlen zufolge gut 1.700 Mal niedriger als bisher angenommen.

Diese Erkenntnis ist durchaus neu und wird die über 40.000 im Landkreis Altötting mit PFOA im Blutplasma betroffenen Menschen durchaus interessieren. Denen wurde ja stets suggeriert, dass die Belastungen als eher unbedenklich einzuschätzen wären.

Diese Einschätzung kann das Bundesinstitut für Risikobewertung nun nicht mehr „uneingeschränkt aufrechterhalten“.

Der SPD-Verbraucherschutzexperte Florian von Brunn fordert nun flächendeckende Lebensmittelanalysen und deutlich mehr Engagement der Staatsregierung. PFOA und PFOS seien gefährliche Umweltgifte. Der Schutz der Bevölkerung müsse oberste Priorität haben, so von Brunn.

Die bislang verordenete, behördliche Beruhigungspolitik hieß ja, dass eine Gesundheitsgefährdung durch Rückstände in Boden und Wasser für Säuglinge, Kinder und Erwachsene unwahrscheinlich seien. Diese Behauptung war ohnhin nie durch Erkenntnisse und Einschätzungen der Trinkwasserkommission gedeckt.

Man wird in den nächsten Tagen gespannt sein, wie das zuständige Gesundheitsamt in Altötting und die Landesanstalt für Gesundheit und  Lebensmittelsicherheit diese neue Situation der Bevölkerung vermitteln will.

Zukünftiges Trinkwasser:

Keine guten Nachrichten

Hier der Link zu der Studie

Das Wasserwirtschaftsamt hat nun eine Studie zur Trinkwassersituation im Landkreis Altötting betrifft. Die Studie ist auf Initiative der BINT durch den damaligen Staatsminister Dr. Marcel Huber in Auftrag gegeben worden. Die Studie zeigt auf, dass eine Versorgung mit Fernwasser, also mit Trinkwasser beispielsweise aus dem Bereich Palling oder Österreich eher schwierig und teuer zu gestalten sein würde. Das Wasserwirtschaftsamt kritisiert dabei ganz deutlich die Trinkwasser-Entnahme aus dem Tiefenwasser durch die Städte Altötting, Neuötting und die Gemeinde Winhöring.

Wortwörtlich: Die Entnahme hat weitreichende hydraulische Auswirkungen. Das zeigen die Ganglinien der Grundwasserspiegelmessungen an den Brunnen und Grundwassermessstellen im weiteren Umfeld der Entnahme. Um die Brunnen Altötting langfristig als zweites Standbein für die Wasserversorgung Altötting erhalten zu können, müsste nachgewiesen werden, dass die erforderliche Menge dauerhaft schadlos entnommen werden kann. Angesichts der fallen-den Grundwasserstände in den Tiefengrundwassermessstellen erscheint dies fraglich. Außerdem soll Tiefengrundwasser besonders geschont und nur für solche Zwecke genutzt wer-den, für die seine speziellen Eigenschaften notwendig sind (LEP Nr. 7.2.2). Sofern die Möglichkeit besteht, die Wasserversorgung aus oberflächennahen Grundwasservorkommen zu bedienen, ist diese bevorzugt zu nutzen.

Dazu Dr. Rolf Hengel:

1. Nach den neuen amerikanischen Studien wird der „Leitwert“ von 0,1 µg/l wohl mindestens um den Faktor 10 herabgesetzt werden müssen. Aus dem „Leitwert“ wird auch wohl ein Grenzwert werden. Die notwendige Zahl der Filter wird sich also erhöhen.

2. Für Nitrat wird wohl von der EU ein Grenzwert (nicht „Leitwert“) von 25 mg/l kommen. Dann gibt es im ganzen Landkreis kein Trinkwasser mehr. Aber Papier ist ja bekanntlich geduldig … Bis die Ökomodellregion bezüglich des Nitrats eine Verbesserung bringt, werden wahrscheinlich Jahrzehnte vergehen.

3. Auf Grund der kollektiven Amnesie vom 8. Mai 1945 weiß kein Mensch mehr, welche Altlasten aus der Kriegsproduktion in den gesprengten Teilen des Gendorfer Werkes (einige Kilometer unterirdische Straßen und Produktionsstätten) liegen. Einige Tonnen Gelbkreuz sind wohl das mindeste, Explosivstoffe wahrscheinlich. Phosphorchemie (Sarin) kann man wohl ausschließen. Auch scheint es fraglich, ob alle Altdeponien bekannt und sicher sind.

Eine Fernwasserversorgung erscheint deshalb unabdingbar (und wird meines Wissens nach auch von Infraserv gewünscht). Unseren Volksvertretern ist das jedoch zu teuer. Ob genügend Tiefenwasser vorhanden ist, um im Ernstfall eine mehrjährige Notversorgung zu sichern, weiß ich nicht. Das Absinken des Spiegels in Altötting spricht nicht unbedingt dafür.

 

Im Stern, Gesundheit:

Das Gift von Gestern

wird zum Risiko für die Zukunft

Immer wieder berichten bundesweite Medien zum Thema PFOA im Landkreis:

Eine Reportage im Stern vom Juni 2019

Der Link zur Reportage

PFOA: BINT zeigt brisanten Dokumentarfilm zu PFOA in verschiedenen Gemeinden im Landkreis Altötting

THE DEVIL WE KNOW

1945 beginnt der Chemiekonzern DuPont mit der Herstellung von Teflon. Die revolutionäre Erfindung verändert seitdem immer mehr Haushalte auf der ganzen Welt. Der Verbundstoff ist praktisch und findet in zahlreichen Produkten Anwendung, allerdings hat man die Bevölkerung über die Schattenseiten der Chemikalie nicht aufgeklärt. Heute lassen sich deren Rückstände nämlich im Blut jedes Menschen aus den Industrienationen nachweisen. THE,DEVIL,WE,KNOW deckt auf, wie sich ein mächtiger Konzern bereichert, obwohl ihm seit Jahrzehnten bekannt ist, dass Teflon und dessen Abfallprodukte schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben. Eine Gruppe engagierter Bürger aus Parkersburg und ihr Anwalt Robert Bilott klagen das einflussreiche Unternehmen DuPont an, das wissentlich über Jahrzehnte eine giftige Chemikalie unsachgemäß in die Natur geleitet hat. Das gefährliche C8 (PFOA) hat den Weg in die Trinkwasserversorgung gefunden, was den Fall zu einem der größten Umweltskandale der Gegenwart macht. Robert Bilott, der mit seinen jahrelangen Recherchen die Zusammenhänge aufgedeckt hat, erhielt im September 2017 den Alternativen Nobelpreis.

Link zum Trailer

 

Hier die Termine, an denen der Dokumentarfilm gezeigt wird:
Beginn ist jeweils um 20.00 Uhr – Unkostenbeitrag 5 Euro

Freitag, 12.07.2019 im Kulturcafe  NEA ZOI, Altötting
Dienstag, 16.07.2019 in der Pizzeria Adria, Emmerting

Donnerstag, 18.07.2019 im Steiner Wirt, Tüßling

Montag, 22.07.2019  im Weißbräu Graming, Altötting

Dienstag, 23.07.2019, beim Spirkl-Wirt,  Kastl 

        

Die Bürgerinitiative wird Verein

Strategische und langfristige Ausrichtung durch Vereinsstruktur

Die Wandlung von der lockeren Bürgerinitiative hin zu einem Konstrukt wie einem Verein ist nun rechtlich vollzogen worden. Nach einer intensiven Diskussion wurden die Weichen für die notwendigen Gründungsregularien gestellt. Erster Vorstand ist gewählt Dr. Rolf Hengel, die Stellvertreter sind Frank Bremauer und Toni Dingl, Schriftführer Martin Erber und Kassier Reinhard Hausmann. Kassenprüferinnen sind Andrea  Braun und Karin Fraundorfner. Bericht folgt.

Haben sich zur Wahl gestellt und sind gewählt worden, von links Karin Fraundorfner, Martin Erber, Reinhard Hausmann, Dr. Rolf Hengel, Toni Dingl, Frank Bremauer und Andrea Braun. Foto Robert Wagner, PNP.

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