Leserbrief zur Berichterstattung über die Einleitungsrechte in die Alz durch InfraServ Gendorf sowie hierauf bezogene Leserbriefe bzw. Stellungnahmen:
Als Bürgerinitiative Netzwerk Trinkwasser (BINT e.V.) distanzieren wir uns ausdrücklich von unsachlichen Äußerungen und persönlichen Angriffen im aktuellen Streit. Uns geht es um eine respektvolle und konstruktive Debatte auf Augenhöhe.
Fakt ist jedoch: Die Daten auf unserer Homepage (www.bint.bayern) sind korrekt, sorgfältig recherchiert und basieren auf amtlichen Quellen. Unsere fachliche Position ist keine „Falschmeldung“. Wir fordern eine umgehende Überprüfung der Einleitungserlaubnis, da die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) die Ewigkeitschemikalie Trifluoressigsäure (TFA) jüngst als fortpflanzungsgefährdend eingestuft hat.
Wie dringend der Handlungsbedarf ist, zeigt auch der Boden: Das PFAS-Belastungsgebiet umfasst laut Landratsamt mittlerweile zwei Drittel des Altöttinger Kreisgebiets. Diese Daten werden vom Chemieunternehmen Dyneon blockiert. Das Wissen über die Belastung des Allgemeinguts Boden kann kein Betriebsgeheimnis sein! Die Bevölkerung hat ein Recht auf Aufklärung, da diese Belastungen schwere gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen für uns alle haben.
Vor der Kreistagssitzung bitten wir den Landrat und den Kreistag, den Antrag auf Veröffentlichung der Bodendaten zu unterstützen. Denn das Verursacherprinzip muss konsequent gelten: Die Industrie muss für alle Umweltschäden vollumfänglich bezahlen. Zuerst müssen die Daten freigegeben werden, dann müssen die Folgekosten im vollen Umfang beziffert und anschließend eingefordert werden. Wenn alle Kosten von der Industrie beglichen werden, dann lohnt sich die PFAS-Produktion wirtschaftlich nicht mehr. Bisher musste die Allgemeinheit für die Folgekosten aufkommen; von den gesundheitlichen Schäden wurde nicht gesprochen. Damit muss Schluss sein. Der US-Mutterkonzern 3M hat diesen Schritt bereits vorgemacht und ist weltweit aus dem PFAS-Geschäft ausgestiegen.
Wir appellieren an alle: Lenken Sie den Fokus weg von der persönlichen, emotionalen Ebene hin zu einer sachlichen Debatte. Maximale Transparenz schützt unsere Lebensgrundlagen. Die Wahrheit ist wie das Wasser: Sie findet ihren Weg.
Frank Bremauer
für den Vorstand der BINT e.V.