Nur sehr wenige Fließgewässer in Deutschland sind in einem guten oder sehr guten ökologischen Zustand. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor. 

Demnach lebten in 93 Prozent der deutschen Bäche und Flüsse nicht mehr die Tiere und Pflanzen, die man dort eigentlich vorfinden müsste. Außerdem seien vier von fünf Gewässern „in ihrer Struktur deutlich bis vollständig verändert“, heißt es im Schreiben der Bundesregierung. In einem nach EU-Richtlinien ökologisch guten Zustand seien noch 6,6 Prozent der Fließgewässer, als sehr gut könne der Zustand in 0,1 Prozent der Fälle bezeichnet werden.

Zu den größten Gefahren für Gewässer zählten Belastungen aus der Landwirtschaft, wenn Dünger oder Spritzmittel ins Wasser gerieten. Aber auch Bebauungen der Ufer, Begradigungen der Fluss- und Bachläufe oder Unterbrechungen durch Wehre führten nach Angaben des Umweltbundesamts zu einem mäßigen, unbefriedigenden oder schlechten Zustand der Gewässer.

Auch wenn sich die Wasserqualität häufig verbessert habe, müssten Gewässer und Auen dennoch weiterhin zu den bedrohten Lebensräumen in Deutschland gezählt werden, teilte das Bundesumweltministerium mit. In Deutschland gibt es etwa 9.000 sogenannte Flusswasserkörper.  

Diese verdienten einen besseren Schutz, forderte Steffi Lemke, die naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag: Bund und Länder sollten sich verstärkt für den Schutz frei fließender Flüsse einsetzen, immerhin seien Flüsse die „Lebensadern unserer Landschaft“ und wichtiger Garant der Artenvielfalt. Das Ökosystem Fluss sei derzeit aber „akut bedroht“.

Quelle: ZEIT ONLINE,

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