Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung am 20. November 2025 standen vor allem Zukunftssorgen im Vordergrund. Zum einen bereiteten die gesundheitlichen Risiken durch belastete Böden und Gewässer weiterhin große Sorge – insbesondere mit Blick auf kommende Generationen. Zum anderen wurde die Frage diskutiert, wie der Fortbestand des Vereins langfristig gesichert werden kann, wofür vor allem jüngere Menschen aus dem Landkreis gewonnen werden sollen.

Vereinsvorsitzender Frank Bremauer zeigte sich in seinem Rückblick enttäuscht über das geringe Medienecho zur bis 2044 gültigen Einleitungserlaubnis für Schadstoffe in die Alz, die der Landkreis der Firma Infraserv Gendorf erteilt hat. Trotz intensiver Bemühungen habe lediglich die Lokalzeitung das Thema angemessen aufgegriffen, während andere Medien nicht reagierten.

Bremauer äußerte Anerkennung für Dyneon – jenes Unternehmen, dessen Umweltverschmutzung überhaupt erst zur Gründung der BINT führte. „Es ist beachtlich, was die trotz und für die bevorstehende Standortschließung in den Umweltschutz investiert haben. Das muss man schon anerkennen“, resümiert Bremauer einen Besichtigungstermin in Gendorf, zu dem die BINT eingeladen wurde. „Das war ein Zeichen demokratischer Offenheit, auch wenn wir gegensätzliche Interessen vertreten. Mit der Standortschließung würden die teuren Aufbereitungsanlagen jedoch wieder abgebaut“.

Einen Überblick über die Finanzen verschaffte Kassier Reinhard Hausmann. Am 31. Dezember 2024 lag der Kassenstand bei 5.084,83 Euro. Die Ausgaben beliefen sich auf 1.026,43 Euro. Dem gegenüber standen Einnahmen durch Spenden in Höhe von 154,00 Euro. Daraus ergab sich für den Zeitpunkt der Kassenprüfung am 10. November 2025 ein Plus von 4.212,40 Euro. Die Kassenprüferinnen empfahlen die Entlastung der Vorstandschaft, welcher die Mitglieder unisono folgten.

„Wichtig ist, dass wir im Vorstand nach wie vor so gut zusammenarbeiten“, bilanzierte Bremauer. Deshalb stellte sich das Team wieder zur Wahl und wurde einstimmig bestätigt: Vorsitzender Frank Bremauer, Erster Stellvertreter Joe Eckbauer, Zweiter Stellvertreter Toni Dingl, Kassier Reinhard Hausmann, Schriftführer Martin Erber und die Kassenprüferinnen Dorothea Murmann-Treuheit und Karin Fraundorfer.

Gerhard Merches, BN-Kreisvorsitzender, stellte anhand von Presseberichten die aktuelle Lage zum Thema Bodenkontamination dar: Im Landkreis gibt es vielfach die Ansicht, nur weil wir jetzt Aktivkohlefilter in der Trinkwasserversorgung haben, bestehe keine Gesundheitsgefahr mehr. Das ist aber ein Irrglaube: Der Boden ist ja nach wie vor hochgradig kontaminiert. „Wir sind der Hotspot in Bayern“, betonte Merches den Ernst der Lage.

Konkret geht es um das als krebserzeugend beim Menschen eingestufte und mittlerweile weitgehend verbotene PFOA als einen besonders gefährlichen Vertreter aus der tausende Substanzen umfassenden PFAS-Gruppe.

Merches verwies auf die neuen Prüfwerte beim Wirkungspfad Boden – Mensch, also die orale Aufnahme von belastetem Erdreich, was vor allem Kleinkinder betrifft. Noch sind die konkreten Zahlen von der zuständigen Arbeitsgemeinschaft aus Bund und Ländern nicht offiziell veröffentlicht worden. Laut Merches ist jedoch bereits abzusehen, in welchem Rahmen sich die neuen Werte bewegen werden und sie werden bei uns im Landkreis vielerorts überschritten werden.

Die künftigen Prüfwerte sind eben deshalb so niedrig, weil PFOA so gefährlich ist. Nur die Stoffgruppe der berüchtigten Dioxine muss noch niedrigere Werte aufweisen.

Die erwarteten Überschreitungen der Prüfwerte und daraus abgeleitete Maßnahmen werden Behörden und Gemeinden vor neue Herausforderungen stellen.

Zwar hat das Landratsamt bereits eine Empfehlung zur Beprobung von Flächen wie Spielplätzen oder Schulen herausgegeben, doch das sei zu kurz gegriffen, wie die BINT-Mitglieder im Laufe der Aussprache feststellten. Sind es doch die ganz Kleinen, die vielfach daheim im Garten in der Erde wühlen, anstatt zum -getesteten- Spielplatz zu gehen.

„Wir haben PFOA vor unserer Haustüre und keiner weiß wie man mit der Scheiße umgeht“, brachte 3.Vorsitzender Toni Dingl seinen Ärger deutlich zum Ausdruck.

Bei aller Kritik hielt Gerhard Merches dem Landkreis zumindest zugute, für das Gerichtsverfahren gegen Dyneon eine renommierte Anwaltskanzlei aus Berlin eingeschaltet zu haben.

„All das bleibt die Verpflichtung für die BINT, da nicht lockerzulassen und dranzubleiben“ untermauerte Toni Dingl die Bedeutung des Vereins.

„Wir brauchen dringend mehr Unterstützung aus der Bevölkerung und insbesondere jüngere Mitglieder“ appellierte der Vereinsvorsitzende Bremauer zum Schluss. Er regte alle Anwesenden dazu an, sich Gedanken darüber zu machen, wie man junge Leute erreichen könnte.

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